Historie

Der Beginn

»Wer noch vor ganz kurzer Zeit die Pflichtfeuerwehr dort zu beobachten Gelegenheit hatte, wird wohl staunen über den Fortschritt, welchen die dortige Feuerwehr Geiselbullach genommen hat; jetzt besteht dort eine vollständig neu uniformierte freiwillige Feuerwehr. Dieselbe hat sich in sehr kurzer Zeit so emporgeschwungen, dass jedermann Freude haben muss. Es ist aber auch nicht zu verwundern, wie es so schnell vorwärts gegangen ist, da ja dort von oben alles gethan wird, die Mannschaften anzueifern. Herr Bürgermeister, Herr Lehrer und das Ehrenmitglied Herr Scheller thun, was nur zum Gedeihen derselben gehört. Herr Scheller hat der jungen Feuerwehr eine hübsche einfache Standarte zugesichert, auch das Sanitätswesen wurde durch Herrn Glas in Bruck eingeführt. Der Letztere hielt einen sehr interessanten Vortrag dort und überzeugte sich, dass ein gesunder Geist unter den dortigen Mitgliedern herrscht. Gut Heil der jungen Feuerwehr!«So berichtet das »Brucker Wochenblatt« in seiner Ausgabe vom 11. Dezember 1901 und erwähnt damit erstmals die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbullach in der Öffentlichkeit. Mit dem kurzen Zeitraum in dem sich die junge Feuerwehr so »emporgeschwungen« hat bezieht sich der damalige Redakteur auf den 26. Mai 1901. Genau an diesem Tag wurde offiziell die Freiwillige Feuerwehr Geiselbullach gegründet. Mit sieben Steigern, zwölf Spritzenmännern, sechs Ordnungsmännern, einem Vorsitzendem, einem Kom-mandanten, fünf Adjudanten, und einem Signalisten erfolgte die Anmeldung beim Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verband und wurde am 18. Juni urkund-lich bestätigt. An Ausrüstung stand der achtzehnköpfigen Mannschaft um Kommandant Matthäus Trinkl und Vorsitzender Johann Schöll (gleichzeitig Bürgermeister der Gemeinde Geiselbullach) eine Saug- und Druckspritze, drei Aufstellleitern mit und ohne Stützstangen, 75 Meter Druckschläuche sowie ein Feuerwehrhaus in »gutem Zustande« zur Verfügung.

Löschordnung bereits 1855

Wie in Geiselbullach entstanden zu dieser Zeit zahlreiche Freiwillige Feuer-wehren in ganz Bayern. Denn bereits 1869 wurde im kgl. Bay. Kreis-Amtsblatt von Oberbayern eine Mitteilung an die Dienstpolizeibehörden veröffentlicht, die anwies, die Gründung freiwilliger Feuerwehren »tatkräftig zu fördern«. Man erkannte die Vorteile des organisierten Brandschutzes und in den folgenden Jahren kam es bayernweit zur Gründung vieler Löschmannschaften. In Geiselbullach gab es zwar bereits 1855 eine erste Feuerlöschordung und auch eine Feuerspritze war vorhanden, dennoch dauerte es noch knapp 50 Jahre bis sich genügend freiwillige Männer fanden, die den Brandschutz im Gemeinde-gebiet ehrenamtlich übernahmen und sich bei regelmäßigen Übungen aus- und fortbildeten.

Erster Einsatz

Ihren ersten Einsatz hatte die neu gegründete Freiwillige Feuerwehr Geisel-bullach am 30. April 1903. Bei der Familie Johann Bauer im Graßlfinger Moos brannte eine Wohnhütte. Derartige Einsätze waren typisch für die damalige Zeit und Gegend. So auch am 8. August 1904 als das Anwesen des Torfstechers Michael Wiesent in Flammen stand. Das Brucker Wochenblatt schrieb damals:

»…Nachts gegen 11 Uhr entstand im Anwsen des verh. Torfstechers Michael Wiesent im Graßlfingermoos Feuer, wodurch Wohnhaus, Stadel, Stall und Wagenremise eingeäschert wurden. Außer sämtlichen Einrichtungsgegen-ständen verbrannte noch viel Heu und Hafer, Wägen, Betten, sowie zwei Schweine und viele Hühner. Dem Wiesent entstand ein Schaden von 10.000 Mark, der jedoch in der Hauptsache gedeckt ist. Brandstiftung wird vermutet. Durch das eingreifen der am Brandplatze erschienen Feuerwehren von Geiselbullach und Graßlfing wurde das Feuer auf seinen Herd beschränkt und zwei Nebengebäude des Anwesens gerettet.«

Zu dieser Zeit rückte die Feuerwehr Geiselbullach im Jahr zwischen drei und fünfmal aus um brennende Heustadel, Wohnhütten oder Torfwiesen zu löschen. Laut einem statistischen Bericht aus dem Jahr 1913 wurde pro Jahr fünf Übungen abgehalten, die alle beim Bayerischen-Landes-Feuerwehrverband angemeldet werden mussten. Die Zahl der Mitglider war inzwischen auf 43 Mann gewachsen und bei der Ausrüstung konnte man nun bereits auf zwei Saug- und Druckspritzen sowie auf eine fahrbare Schlauchhaspel im Einsatzfall zurückgreifen.

Großbrand auf Bauernhof

Die Alarmierung erfolgte über Signalhörner und Läuten der Glocken im Gut. Zum Beispiel auch als am 28. November 1910 ein Großbrand das Anwesen Joseph Sirtl zerstörte. In seinem Brandbericht schrieb der damals zuständige Olchinger Gendarm, »dass die Feuerwehren den Brand rasch löschen konnten«, monierte aber die Tatsache, dass »am Brandplatze und bei den anschließenden Nachlöscharbeiten im Gasthaus Haderecker von den rund 40 Männern 200 Maß Bier getrunken wurden«. »Aus der Gemeindekasse wurden 143 Liter Bier bezahlt, den Rest trug die Feuerwehrkasse und die Männer selbst«, fügte der Gendarm in seinem Rapport an das königliche Bezirksamt Fürstenfeldbruck hinzu. Dieses leitete den Bericht an die Gemeinde zur Stellungnahme weiter. Bürgermeister Martin Schmid verwies in seiner Stellung-nahme darauf hin, dass das Verhältnis von Bier und Mannschaftsstärke auch in anderen Gemeinden so üblich sei und von den Geiselbullacher Gemeinde-vertretern deshalb auch nicht zu hoch bemessen worden sei. Das Bezirksamt beendete den Briefwechsel daraufhin mit der Mahnung, dass von Seiten der Gemeinde in Zukunft »solch übertriebene Ausgaben nicht mehr gemacht werden sollten«.

Feuerwehrhäuser

1920 wurde das erste Feuerwehrhaus, dessen Standort heute leider nicht mehr exakt bekannt ist, durch einen neuen Geräteschuppen an der heutigen Florianstraße ersetzt. Siebzehn Jahre später wich dieser einem Neubau. Dieses kleine Holzhaus war bis 1972 die einzige Unterkunft der Wehr und wurde bis zur Fertigstellung der neuen Feuerwache im Jahr 2004 noch als Lager und Unterstand für verschiedene Geräte und Materialien der Feuerwehr genutzt.

Zwanzigster Geburtstag

Am 24. Mai 1921 wurde das 20-jährige Bestehen mit einer Feldmesse gefeiert. Noch im gleichen Jahr wurde die bis heute bestehenden Patenschaft zur Feuerwehr Graßlfing an deren Fahnenweihe besiegelt. Am 13. Mai 1923 erhielt die Feuerwehr eine neue Saug- und Druckspritze. Vermutlich zum 25-jährigen Gründungsjubiläum schaffte die Feuerwehr Geiselbullach eine handgemalte GedenkUrkunde mit allen Namen und Dienstgraden der damaligen Kameraden sowie einer Gedenktafel der im ersten Weltkrieg gefallenen Wehrmänner an. Lange Jahre hing diese Urkunde im Gasthaus Geiselbullach bevor sie 1995 einen ehrwürdigen Platz im heutigen Feuerwehrhaus erhielt.

Auflösung des Vereins

1937 erklärte Kommandant Johann Breitenberger wegen Krankheit seinen Rücktritt. Daraufhin wurde Johann Pscherer von der Gemeindeverwaltung als Nachfolger bestimmt, da die ordentliche Wahl durch die Versammlung zum damaligen Zeitpunkt bereits nicht mehr zulässig war. Ab 1938 wurde mit in Krafttreten der »Reichsfeuerlöschordnung« die Feuerwehr der Polizeihoheit der SS unterstellt, der Feuerwehrverein wurde aufgelöst. Am 16. Mai 1943 erhielt die Wehr ihre erste Motorspritze vom Typ Magirus TS 800 der Firma Klöckner-Humboldt-Deutz. Die Spritze wurde durch den Mechaniker Anton Ottmann aus Fürstenfeldbruck der Wehr übergeben. In die Handhabung des Gerätes wurden u.a. Georg Schuster, Johann Plabst und Martin Deger (FF Graßlfing) einge-arbeitet. Wegen der Beschaffung der neuen Spritze wurde vom 07.-10. Dezem-ber 1942 ein Maschinisten Lehrgang von Johann Pscherer an der bayerischen Landesfeuerwehrschule in Regensburg besucht.

Kriegseinsätze

In den frühen Morgenstunden des 7. September 1943 rückte eine Löschgruppe der Feuerwehr Geiselbullach nach München aus, um Hilfe nach einem schweren Luftangriff zu leisten. Mit zwei Kraftwagen und der neuen Motorspritze eilten die Wehrmänner unter Führung des Kommandanten Pscherer zur Befehlstelle 2 in der Romanstraße. Anschließend wurde die Löschgruppe zu zwei Großbränden in der Brudermühlstraße und Göttingerstraße abgeordert. Gegen 23.00 Uhr wurde die Geiselbullacher Kameraden entlassen. Auch am 3. Oktober rückte die Feuerwehr Geiselbullach wieder nach München aus. Allerdings verzögerte sich der Einsatzbeginn wegen starken Nebels, außerdem erlitt einer der beiden geliehenen Kraftwagen einen Motorschaden. Mit Geschick und Eifer wurde das Fahrzeug wieder flott gemacht und die Einsatzaufträge am Krankenhaus Rechts der Isar und in der Ampfingerstraße erledigt.

Zehn Frauen als Notbereitschaft

1944 konnte auf Grund der vermehrten Einberufung geislbullacher Männer zur Wehrmacht nicht einmal mehr die während des Krieges geforderte Notbe–reitschaft der Feuerwehr aufrechterhalten werden. Jedoch erklärten sich damals zehn Frauen im Alter zwischen 18 und 35 bereit, den Dienst am Wochenende und während der nächtlichen Luftangriffe weiterzuführen und so für die Sicherheit der Dorfbewohner zu sorgen. Am 22. Februar wurde die Nachbargemeide Olching schwer von einem Luftangriff getroffen. Sofort rückte eine Löschgruppe aus zur Nachbarschaftshilfe. Erst in den Morgenstunden des darauffolgenden Tages war der letzte Brand beim Wagnermeister Rosendörfner gelöscht und die Wehr konnte wieder einrücken. In den darauffolgenden Monaten rückten die Frauen und Männer der Geiselbullacher Wehr noch zwei mal nach München zur Hilfe aus, bis die Kriegshandlungen der Streitkräfte endgültig eingestellt wurden.

Besatzungszeit – M.G. Fire

Mit dem Ende des Krieges verlor auch die Reichsfeuerlöschordung und die damit verbundenen Uniformvorschriften ihre Gültigkeit. Die nunmehr vollzoge-ne vollständige Trennung von der Polizei musste auch in der Uniformierung deutlich zum Ausdruck kommen. Wegen der allgemeinen Materialknappheit durften zwar die bisherigen Uniformen von der Feuerwehr getragen werden. Jedoch mussten von Dienstmützen, Uniformjacken und Helmen die Reichs-kokarden, Polizeiabzeichen und Hakenkreuze entfernt werden. Schulterriemen, Überschnallkoppel sowie das Seitengewehr entfielen. Zur Kennzeichnung der Feuerwehr musste eine weiße Armbinde mit dem Aufdruck M.R. Feuer und M.G. Fire (Militär-Regierung Feuer und Military Goverment Fire) getragen werden. 1947 wurde eine Feuerwehrdienstkleidung für Bayern von der Militärregierung genehmigt und eingeführt. Parallel tritt das neue Feuerwehrgesetz in Kraft und es gibt auch in Geiselbullach wieder eine ordentliche Freiwillige Feuerwehr mit Verein.

Die Nachkriegszeit

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, lagen nicht nur weite Teile Deutschlands in Schutt und Asche, auch die Freiwillige Feuerwehr Geiselbullach stand vor einem Scherbenhaufen der sich erst langsam wieder formierte.

Bereits 1950 wurde der Ruf nach einem Mannschaftstransportfahrzeug inner-halb der Feuerwehr laut. Ein Wunsch der sich aber erst Jahre später verwirklichen ließ. Vor allem die zu dieser Zeit mehrmals im Jahr herrschenden Moorbrände und die damit verbundenen Anfahrtsschwierigkeiten unterstrichen den Wunsch nach einem fahrbaren Untersatz.

Zwei, drei, ja manchmal sogar fünf Einsätze pro Jahr wiesen die feuerwehr-internen Statistiken für die 50iger Jahre aus. Neben den bereits erwähnten Moorbränden, waren auch einige Bauernhöfe ein Raub der Flammen geworden, die die Feuerwehr mit ihren bescheidenen Mittel zu bekämpfen hatte. Ein Originalzitat aus dem Kommandantenbuch belegt den harten Kampf gegen die Naturgewalten: „..eine kleine Scheune und Stallung standen völlig in Flammen. Es wurden 80 Meter B-Schläuche und 120 Meter C-Schläuche benötigt…Zur Bemerkung, weite Entfernung der Wasserentnahme und grimmige Kälte machten der Wehr mehr zu schaffen als das Feuer.“ (Brandbericht 1.02.1956)

Zu dieser Zeit standen andere Dinge ganz oben auf der Tagesordnung der all-jährlichen Jahreshauptversammlungen: Der Besuch der Übungen wurde ange-mahnt, manchmal auch ein Lob für die zahlreiche Teilnahme an den sechs Jahresübungen verteilt. Der Feuerwehr-Ball musste wie jedes Jahr als Highlight im Feuerwehr-, wie auch im Ortsgeschehen gründlichst vorbereitet, durch-geführt und nachbereitet werden.

Der Aufschwung

Mit vielen Neuerungen läuteten die 60iger Jahre eine deutliche Wende im Feuerwehr-Alltag ein. Bemerkenswert war unter anderem der Großbrand in der Geflügelfarm Adleff am Sonntag den 25. Juni 1961. Während eines heftigen Gewitters war gegen 23.00 Uhr, vermutlich durch einen Blitzeinschlag, das Gebäude in Brand geraten. Mit Hilfe der Kameraden aus Olching und dem Kreislöschzug Fürstenfeldbruck konnte nach drei Stunden harter Löscharbeit „Feuer aus“ gemeldet werden. Bis fünf Uhr früh hielt die Feuerwehr Geisel-bullach Brandwache.

Im Frühjahr des Jahres 1966 hatte sich der Vorstand der Geiselbullacher Feuerwehr entschieden, eine neue Vereinsfahne zu beschaffen. Am 26. Juni wurde die neue Fahne, begleitet von einer entsprechenden Festivität, im Guts-hof Stürzer geweiht.

Zum ersten Mal trat eine Löschgruppe der Feuerwehr im Frühjahr 1967 zur Leistungsprüfung an. Ohne Fehlerpunkte hatte die Gruppe in weniger als drei Minuten den Löschaufbau getätigt und bekam vom damaligen Kreisbrand-inspektor Martin Spannagl und Bürgermeister Josef Drey das bronzene Abzeichen überreicht.

Hilfeleistung bei erstem Verkehrsunfall

Zwar hatte man selbst noch kein Fahrzeug, doch beim ersten Verkehrsunfall in der Geschichte der Feuerwehr Geiselbullach auf der Schnellstraße leisteten neben der Feuerwehr Fürstenfeldbruck auch einige Wehrmänner aus Geiselbullach Hilfe. Zwei Volkswagen waren frontal aufeinander geprallt. Die Aufräumungsarbeiten schilderte der stellvertretende Kommandant Gerhard Gley wie folgt: „Beide Wehren schleppten die zertrümmerten Fahrzeuge von der Fahrbahn. Leider waren auch noch einige Kilo kleiner Nägel auf der Straße verteilt…“ (Verkehrsunfallbericht, 13.10.1968)

Ähnlich wie heute, gab es damals auch bereits Fehlalarmierungen, die Umstände haben sich nur ein klein wenig verändert, wie diese zwei Anekdoten aus dem Kommandantenbuch veranschaulichen: „Ein Gastarbeiter wollte wohl seinen Arbeitskollegen durch den Druck auf den Sirenenknopf wecken“, oder einige Jahre später: „Ein nächtlicher Gast wollte durch Drücken des Sirenenknopfes Einlass in das Wirtshaus erlangen“.

Löschfahrzeug, Anhängeleiter und neues Haus

Im Jahre 1972 war es endlich soweit. Bereits 1950 hatte man sich ein Transportfahrzeug gewünscht. 22 Jahre konnte ein nagelneues Löschfahrzeug (LF 8), der Marke Opel Blitz, mit Anhängeleiter, sowie ein Schlauchanhänger in Empfang genommen werden. Der hölzerne Geräteschuppen an der Florian-straße erschien dem damaligen Bürgermeister Josef Drey sen. als nicht mehr ausreichend, worauf, nach einer hitzigen Diskussion auf der Jahreshauptversammlung, in den Bauhof Geiselbullach an der Gröbenzeller Straße – den heutigen Standort – umgezogen wurde. Im Juni wurde das Fahrzeug dann auch gleich eingesetzt. Im KBH-Werk (heutiger Industriepark Geiselbullach) trat auf Grund eines Überdrucks heißes Plastik aus den Kesseln aus.

Ausrücken auf die Autobahn

Auf der Jahreshauptversammlung 1973 gab der damalige Kommandant Ludwig Schalk zur Überraschung mancher Feuerwehrmänner bekannt, dass mit Beginn des Jahres 73, die Feuerwehr zu Einsätzen auf die Bundesautobahn herangezogen werden würde. Mit einem äußerst ärgerlichen Problem auch bei den traditionellen Brandeinsätzen hatten die Geiselbullacher zu kämpfen. Der einzige Funkkontakt zur alarmauslösenden Stelle war über einen sogenannten Funkwecker im Gerätehaus möglich, der aber regelmäßig bei den Einsätzen in den Jahren 1973-74 seinen Dienst verweigerte. Längere Irrfahrten durch die Gemeinde auf der Suche nach der Brandstelle waren die Folge.

Explosionen – Brand im Tanklager

Einen arbeitsreichen Tag galt es am 08. Juli 1974 zu bewältigen. Zunächst half die Wehr bei einem Brand in der Neu-Estinger Müllkippe. Beim Einrücken bemerkt Gerhard Gley jun. eine Rauchsäule bei Feldgeding. Unverzüglich rückte die Geiselbullacher Feuerwehr aus. Am Brandplatz in Feldgeding stockte den Männern der Atem, so berichtete es zumindest der Schriftführer Max Walser, zwei Gebäude standen in Vollbrand, auch die angeschlossenen Treibstofftanks hatten Feuer gefangen. Um durch die mehreren schweren Detonationen nicht verletzt zu werden, mussten sich die Angrifftrupps immer wieder in Deckung bringen. Nach drei Stunden war der Brand unter Kontrolle.

Der 1975 neue beschaffte Pulverlöschanhänger kam im folgenden Jahr bei den zahlreichen Bränden zwar nicht zum Einsatz, dafür hieß es am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag alle verfügbaren Löschfahrzeuge der Umgebung nach Graßlfing zum Anwesen Sirtl zusammenzuziehen. Dort war gegen 20 Uhr ein Großbrand ausgebrochen. Mit 17 Mann war allein die Geiselbullacher Feuerwehr über sieben Stunden im Löscheinsatz, bis das Feuer in den Stallungen, sowie im Wohnhaus gelöscht werden konnte. Während den Löscharbeiten, stürzten mehrere Balken in den Ställen herab, die Feuerwehrleute, die gerade die eingeschlossenen Tiere retteten, kamen mit dem Schrecken davon.

75 Jahre Feuerwehr Geiselbullach

Vom 27. – 30. Mai 1976 feierte die Feuerwehr ihr 75-jähriges Bestehen. Im Gutshof Stürzer beging die Wehr zusammen mit dem Sportverein und den Schützen ein dreitägiges Fest mit einer Vielzahl von Aktivitäten für Groß und Klein. Aber nicht nur zu feiern galt es, insgesamt 34 Einsätze waren 1976 zu bewältigen. Für die damalige Zeit ein äußerst hohes Einsatzaufkommen.

Auf der Jahreshauptversammlung 1978 standen wieder Neuwahlen auf dem Programm. Der langjährige erste Vorsitzende, Ludwig Schalk, gab sein Amt an den zuvor als Kassier in der Feuerwehr tätigen Erich Fellerer ab. Die Kommandantur blieb unverändert. Zu Einsätzen mussten die Feuerwehrleute lediglich dreimal ausrücken, ein Fahrzeugbrand, ein Feuer in einer kleinen Holz-hütte und eine Ölspur waren zu bestreiten. Auch das Thema Umbau des Feuer-wehrhauses stand im Jahre 1978 auf der Tagesordnung. Der ehemalige Gemeindebauhof sollte einen Aufenthaltsraum, ein WC und eine umgestaltete Fahrzeughalle bekommen, um so dem Bild eines Feuerwehrhauses ein wenig näher zu kommen.

Im Tätigkeitsbericht des Jahres 1979 stand der Hochwassereinsatz vom 20.-27. Juni im Vordergrund. Neben diesem rund eine Woche andauernden schweis-streibenden Einsatz, waren auch acht weitere kleinere Einsätze zu bewältigen.

Fuhrpark erweitert

Eine weitere Vergrößerung der Geiselbullacher Feuerwehr fand 1980 statt. Ein nagelneues Tragkraftspritzenfahrzeug, auf Ford Transit konnte in Empfang genommen werden. Das TSF wurde im Herbst 1999 durch einen Versorgungslastwagen ersetzt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gab man das letzten Endes mehr als Transportfahrzeug genutzte TSF an die Feuerwehr Sulzemoos ab. Aber nicht nur im Bereich der Fahrzeuge tat sich einiges, auch in die Sache Feuerwehrhausausbau kam Bewegung.

Beide Fahrzeuge, sowie den neu dazubekommenen Atemschutz musste die Feuerwehr bereits ein Jahr später ausgiebig einsetzen. Gegenüber des Feuerwehrhauses war der Bauernhof der Familie Farmbauer in Flammen aufgegangen. Mit allen verfügbaren Feuerwehrleuten und Geräten konnte der Großbrand letztlich erfolgreich bekämpft werden und schlimmeres verhindert werden. Besonders freuten sich die Männer damals über die lobenden Worte der Kreisbrandinspektion, die ihnen „Musterleistung“ konstatierten. Mit großem Erfolg wurde auch die 80-Jahr-Feier im Gutshof Stürzer durchgeführt.

Generationenwechsel – Alfred Pelzl wird Kommandant

Einen Generationenwechsel erlebte die Feuerwehr Geiselbullach 1983. Der amtierende Kommandant Gerhard Gley sen. musste sein Amt aus Alters-gründen niederlegen. Für ihn wurde der erheblich jüngere Alfred Pelzl von den Feuerwehrkameraden ernannt. Stellvertretender Kommandant wurde Gerhard Gley jun.. Bei den Vorstandswahlen übergab Erich Fellerer das Amt des ersten Vorsitzenden an Josef Trinkl – der dieses Amt bis 1995 inne hatte – als dessen Stellvertreter wählten die Mitglieder Josef Kriegner jun..

Neun Menschen mussten im Dezember 1985 über Steckleitern aus dem mit 21 Gästen belegten Hotel am Krone Park gerettet werden. Im Hotel war ein Feuer aus gebrochen, das zusammen mit der Feuerwehr Olching gelöscht wurde. Verletzt wurde niemand. Nach fast 20 Jahren ohne einen Maibaum, wurde dieser 1985 wieder aufgestellt. Jedoch erst nachdem er bei den Germeringer Burschen ausgelöst wurde, diese hatten ihn nämlich zuvor aus der verschlossenen und vernagelten Halle gestohlen.

Der erste „Solinger“

Zehn Mann der Geiselbullacher Feuerwehr fuhren 1988 mit dem Zug nach Solingen, um ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug 16/25 der Fa. Metz auf Mercedes-Benz der Berufsfeuerwehr Solingen zu besichtigen. Um für einen möglichen Kauf vorbereitet zu sein, hatte Kommandant Pelzl von der Gemeinde einen Scheck mitbekommen. Das Fahrzeug war in optimalen Zustand und auch über den Preis war man sich schnell einig. Nur der Scheck war nicht vom Bürgermeister unterschrieben worden. Und so entschloss sich der damals zuständige Solinger Kamerad Werner Zirndorf kurzer Hand mit nach Bayern zu fahren und dort den Verkauf perfekt zu machen. 7 Stunden gemeinsame Fahrt waren dann der Beginn einer bis heute andauerneden Freundschaft, die mittlerweile viele Kameraden der beiden Feuerwehren miteinander verbindet. Durch zahllose gegenseitige Besuche und Teilnahmen an Festivitäten wird diese Verbundenheit zum Ausdruck gebracht. Besonders erwähnt sei noch, dass die Firma Elastogran damals die gesamte Kaufsumme spendete. Mit dem Erwerb des Tanklöschfahrzeugs begann eine neue Ära für die Feuerwehr Geisel-bullach. Auf Grund der mitgeführten Wassermenge von 2.500 Litern konnte der Einsatzwert der Wehr, z.B. auf der Autobahn und bei Bränden ohne gesicherte Löschwasserversorgung, erheblich verbessert werden. Dies spiegelt sich auch in den ab diesem Zeitpunkt stetig steigenden Einsatzzahlen.

1989 stand wieder ganz im Zeichen der Neuwahlen. In der Vorstandschaft, wie auch bei der Kommandantur wechselten jeweils die Stellvertreter. Alfred Pelzl bestätigten die aktiven Feuerwehrmänner einstimmig im Amt des Komman-danten. An die zweite Stelle der Führungsmannschaft wählten die Aktiven, Werner Trinkl. Als erster Vorsitzender wurde erneut Josef Trinkl bestellt, zu dessen Stellvertreter erkoren die Mitglieder Hans Meier. Der alte und neue erste Vorsitzende Josef Trinkl hatte auch gleich erfreuliches zu vermelden: „Der Mitgliedsstand liegt derzeit bei 91.“ Die aktive Mannschaft wartete zu dieser Zeit mit 34 Feuerwehrmännern auf.

Orkan und 57 Einsätze

Das folgende Jahr verlangte von der inzwischen auf 43 Männer angewachsenen Feuerwehr die Bewältigung von 57 Einsätzen, davon rückte die Feuerwehr 50 mal zur technischen Hilfeleistung aus. Erstmals erweiterte sich das Einsatz-spektrum erheblich. Neben schweren Verkehrsunfällen auf der Autobahn, waren einige kleinere Gefahrguteinsätze zu bewältigen, Menschen und Tiere mussten aus Notlagen befreit werden, sowie Wasser und Ölschäden behoben werden. Großen Anteil an den hohen Einsatzzahlen hatten auch die drei Tage andauernden Orkanböen Vivian und Wiebke die über Olching hinwegzogen. Ähnlich stürmisch ging es auf diversen Feuerwehrsitzungen zu, bei denen es um die schlechte Raumsituation der Feuerwehr ging – jedoch wurde der seit seines Amtsantritts heftig darum streitende Kommandant wieder nur vertröstet.

90 Jahre Freiwillige Feuerwehr Geiselbullach, hieß es am 4. und 5. Mai 1991 gebührend zu feiern. Im Gutshof Stürzer trafen sich Vereine von Nah und Fern um mit ihrer Teilnahme der Feuerwehr ihre Geburtstagsgrüße zu übermitteln. Leider war das Wetter den Geiselbullachern weniger freundlich gesonnen, trotz allem zog der erste Vorsitzende abschließend ein sehr positives Resümee. Ebenfalls als positiv, erachteten die Mitglieder die Änderungen des Vereins-status in den eines e.V., einstimmig beschloss man die Umwidmung. Um mög-liche Mehrfachbeschaffungen von Fahrzeug und Gerät in der Gemeinde Olching zu verhindern, arbeiteten die Kommandanten ein Konzept aus, dessen Grund-züge bis heute noch gültig sind. So übernahm die Feuerwehr Geiselbullach, die Gefahrgutausrüstung – die später mit der gesamten Landkreisausrüstung in einem Anhänger aufgestockt wurde und später in den Gerätewagen Gefahrgut des Landkreise umgeladen werden konnte.

Neues Löschfahrzeug mit Rettungsspreizer

1993 erhielt die Wehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 als Erstaz für den mittlerweile 20 Jahre alten Opel Blitz. Um den wachsenden Anforderungen, vor allem im Bereich der Autobahn gerecht zu werden, wurde das Fahrzeug auch mit einem hydraulische Rettungssatz, bestehend aus Schere und Spreizer. ausgestattet.

Der Verein veranstaltete 1992 ein Weinfest, welches sich eines großen Besucherzuspruchs erfreute.

Erste Frau tritt ein

1993 zeichnete sich eine Neuerung in der Feuerwehr Geiselbullach ab. Erstmalig sprachen sich die Mitglieder einstimmig für die Aufnahme von Frauen in den Verein aus, ein Jahr später sollte dann auch mit Angelika Zettl, die erste Frau aktiv am Strahlrohr stehen.

Im folgenden Jahr wurde für den zwischenzeitlich fast 30 Jahre alten Solinger Tanker Erstaz besorgt. Wieder wurde man in Solingen fündig und ertand diesmal ein TLF 24/50 von Magirus. Viele fleißige Hände bauten 1996 ins Innere des Feuerwehrhauses ein Büro, eine Küche und eine Damenumkleide ein. Bis zum Um- und Erweiterungsbau 2003 spielte sich Einsatzkoordination, Verwaltung und Verpflegungs-Vorbereitung auf diesen wenigen Quadratmetern ab.

Gasexplosion und Zugunglück

Das Jahr 1995 war vor allem im Bereich der Einsätze äußerst bemerkenswert. So listet der Jahresbericht für das Jahr unter anderem eine Gasexplosion in einem Estinger Mehrfamilienhaus ebenso auf, wie ein schweres Zugunglück mit Gefahrgut und mehrere Großbrände. Auf Vereinsebene vollzog sich ein Generationenwechsel. Robert Meier löste, Josef Trinkl im Amt des ersten Vorsitzenden ab. German Frank wurde als Nachfolger vom bisher amtierenden zweiten Vorsitzenden Hans Meier bestimmt. Die Kommandanten wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Im selben Jahr gründete die FF Geiselbullach auch eine Freizeitfußballmannschaft.

Ein weiteres Fahrzeug aus Solingen bereicherte 1996 den Fuhrpark. Ein VW Bus wurde zu einem MZF mit Funkanlagen und Schreibtisch ausgebaut. Um die Abgase der Fahrzeuge beim Start absaugen zu können, installierten einige Kameraden in Eigenleistung eine professionelle Absauganlage. Im Bereich der Jugendfeuerwehr konnten erfreulicherweise gleich fünf Neuzugänge verbucht werden. Sie alle sind bis heute der Feuerwehr treu geblieben.

Feuerwehr baut sich Geräteunterstand mit Werkstatt

Sonnwend 1997 veranstaltete der Feuerwehrverein erstmals ein großes Fest mit Feuer im Gutshof Stürzer. Rund 1000 Besucher kamen, wie auch die Jahre darauf. Ein Gefahrgutunfall in der Olchinger Johann-Guttenberg-Straße, wie auch in Mittelstetten hielten die Feuerwehren in Atem. Die Gefahrgutausrüstung der FF Geiselbullach kam beide Male zum Einsatz. Ebenso wie die neuen feuer-festen Nomex-Überjacken.

Im Jahr darauf stand wieder einmal eine Renovierung auf dem Programm. Der kleine Aufenthaltsraum wurde komplett umgebaut. Eine Holzdecke wurde eingearbeitet, ein neuer Boden gelegt und vieles mehr. Ein gemütliches Stüberl war entstanden. Für den Kommandanten der Wehr, Alfred Pelzl wartete dieses Jahr mit einer Überraschung auf. Der 52-jährige wurde zum Kreisbrandmeister für das Gebiet Olching berufen.

Im Jahr 1999 musste die Wehr einen negativen Rekord an Einsätzen abarbeiten. 181 mal rückten die Feuerwehr aus. Als besonders einsatzintensiv gestaltete sich das Pfingsthochwasser, welches den Ortsteil Geiselbullach hart getroffen hatte. Über eine Woche waren die Helfer beschäftigt um die gröbsten Schäden zu verhindern und zu beheben.

Das 20 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug konnte durch einen neuen Versorgungs-Lkw ersetzt werden. Ein Fahrzeug, das die Einsatzstelle mit zusätzlichem Gerät und Material versorgt und ein sicheres Verwenden des Verkehrssicheungsanhängers ermöglicht. Um den neuen Versorgungslastwagen auf MAN-Fahrgestell unterzubringen und die allgemeine Platznot ein wenig zu lindern, errichteten die Feuerwehrler in Eigenleistung einen Holzanbau. In nur drei Monaten stand der Bau mit zwei Anhängerstellplätzen und einer Werkstatt. Den Jahreswechsel ins neue Jahrtausend erlebten teile der aktiven Mannschaft im Feuerwehrhaus, um auf mögliche Probleme beim Datumswechsel bereit zu stehen. Da der gefürchtete Jahrtausend-Bug aber erfreulicherweise ausblieb, konnten die Kameraden einen geruhsamen Start ins neue Millennium feiern.

Neue Fahrzeuge

Auch im Jahr 2000 hatte die Feuerwehr wieder mehr mit Wasser als mit dem Feuer zu kämpfen. In teilen Olchings und Gröbenzell traten im September kleinere Bäche über die Ufer und Keller standen durch den hohen Grundwasserspiegel unter Wasser. Die FF Geiselbullach half mit vielen anderen Feuerwehren einen Tag lang mit, um die Situation in den Griff zu bekommen. Geplant wurde 2000 auch die Neubeschaffung des TLF 24/50, sowie der Kauf eines gebrauchten Gerätewagen Gefahrguts sowie der Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses.

Das TLF 24/48 auf MAN-Fahrgestell wurde pünktlich zum Liefertermin im September 2001 von der der Firma Schlingmann fertiggestellt. Der Gerätewagen Gefahrgut des Lankreises Fürstenfeldbruck kam als ausgemusteter Rüstwagen von der Berufsfeuerwehr Solingen nach Geiselbullach und wurde in unzähligen Stunden in kompletter Eigenleistung um- und ausgebaut. Als Ersatz für den vorhandenen Verkehrssicherungsanhänger (VSA), Baujahr 1972 konnte im Sommer 2001 ein neuer Anhänger der Firma Horizont in Empfang genommen werden.

100jähriges Gründungsjubiläum

Ihr hundertjähriges Bestehen feierte die Geiselbullacher Feuerwehr am 18./19./20. Mai 2001 im Gutshof Stürzer. Rund 1.000 Gäste feierten am Freitag beim Stimmungsabend mit der „Blechblosn“. Der eigentliche Festabend fand dann am Samstag Abend im Anschluss an den Kreisfeuerwehrtag statt. Zahl-reiche prominente Gratulanten gaben sich die Ehre. Unter ihnen, Staatsminister Reinhold Bocklet, Bundestagsabgeordnete Uta Titze-Stecher, Landtagsabgeordneter Manfred Hölzl, Landrat Thomas Karmasin, Schirmherr und Bürgermeister Siegfried Waibel sowie Kreisbrandrat Hans-Dieter Wurm überbrachten der Wehr ihre Glückwünsche.

Neuer Kommandant

Auf der Jahreshauptversammlung 2002 wurde ein neuer Kommandant gewählt. Der bisherige Kommandant Alfred Pelzl legte sein Amt nach 20 Jahren nieder um nach eigener Aussage „Platz für die junge Generation zu machen“. Mit großer Mehrheit wurde sein Sohn Tim Pelzl als Nachfolger gewählt. Dessen Stellvertreter blieb weiterhin Werner Trinkl. Zu Ehren des scheidenden Kommandanten gab es ein großes Abschiedsfest im Gasthaus Haderecker.

Planungen für den Neubau der Feuerwache

Nachdem bereits in den frühen achtziger Jahren ernsthafte Bestrebungen seitens der Feuerwehrführung zur Erweiterung des Gerätehauses getätigt wurden, bedurfte es noch lange Jahre der Überzeugungsarbeit und Verhand-lungen bis letztendlich im Jahr 2000 ein gemeindlicher Grundsatzentscheid zum Bau herbeigeführt werden konnte. Nachdem das Bauamt erste Entwürfe ange-fertigt hatte, konnten die anfallenden Kosten abgeschätzt und im mittelfristigen Finanzplan eingestellt werden. Mitte 2001 wurde dann das Architekturbüro Sütfels, Germering mit der Durchführung der Vorentwurfsplanung beauftragt. In enger Zusammenarbeit mit Bauamt und Feuerwehr wurde das Projekt auf dem Standort Gröbenzeller Straße 14 geplant.

Im März 2002 wurde in allen drei Gremien die Planungen, sowie die dazugehörige Kostenschätzung, für gut befunden und einstimmig der Beschluss gefasst, alle nötigen Anträge bei der Regierung von Oberbayern und dem Landratsamt Fürstenfeldbruck zu stellen. Anfang April konnte von der Käm-merei schließlich der offizielle Zuschussantrag zum geplanten Bauvorhaben gestellt werden, dieser wurde im Laufe des Dienstweges noch vom Kreisbrand-rat Hans-Dieter Wurm um eine Stellungnahme erweitert und an die Regierung von Oberbayern übermittelt. Parallel dazu konnte vom Bauamt und den Architekten die benötigte Baugenehmigung beim Landratsamt Fürstenfeldbruck beantragt werden. Bei beiden Antragsverfahren waren zahlreiche Gespräche mit den Genehmigungsbehörden nötig, um das Verfahren zu beschleunigen und den jeweiligen Sachbearbeitern beratend zur Seite zu stehen. Bereits wenige Wochen nach Eingang beschied die technische Abteilung der Regierung von Oberbayern den Antrag positiv. Der vorzeitige Baubeginn konnte jedoch auf-grund der angespannten finanziellen Lage der Staatsregierung zum damaligen Zeitpunkt noch nicht erteilt werden. Die Planung war als fachlich richtig und notwendig eingestuft worden, nahezu alle beantragten, zuschussfähigen Flächen wurden genehmigt. Am 09. September 2002 erteilte das Landratsamt Fürstenfeldbruck die Baugenehmigung für den Feuerwehrbau ohne größere Auflagen. Ebenfalls im Herbst wickelte die Gemeinde Olching den Ankauf der benötigten Fläche vom Nachbargrundstück des Wittelsbacher Ausgleichsfonds ab. Die rund 3.000 qm landwirtschaftliche Ackerfläche konnten zu ausge-sprochen günstigen Konditionen erworben werden. Im Oktober 2002 stand die Projektgenehmigung, also die entgültige Entscheidung für das Projekt an. Während im Bauausschuss die Genehmigung problemlos erteilt wurde, wurde das Projekt im Finanzausschuss unerwartet zurückgestellt. Die Zuschusshöhe der Regierung von Oberbayern erschien dem Gremium zu niedrig.

In mühsamer Überzeugungsarbeit, auch durch die Sachbearbeiter der Regierung von Oberbayern, gelang es Architekten, Bauamt und Feuerwehr in zahlreichen Gesprächen mit den Fraktionen und einem Informationsabend im Gerätehaus, die Ratsmitglieder von der korrekten Höhe des gewährten Zu-schusses zu informieren. Dieser war sogar relativ hoch zu Gunsten der Gemeinde Olching ausgefallen. Zu dem hatten die Gemeinderäte nochmals die Möglichkeit, sich von der herrschenden Platznot bei der Feuerwehr und somit der Dringlichkeit des Projekts zu überzeugen. Ende November 2002 stand die Projektgenehmigung erneut auf der Tagesordnung. Nach einigen heftigen Debatten, mehr politisch als sachlich motiviert, stimmte der Gemeinderat letztlich mit 16:11 Stimmen am 28. November 2002 für das Projekt. Die rund 35, bei dieser Sitzung, anwesenden Feuerwehrmänner und -frauen honorierten diese „historische” Entscheidung mit lang anhaltendem Applaus. Inzwischen war auch der vorzeitige Baubeginn durch die Regierung von Oberbayern aus-gefertigt worden und bei der Gemeinde eingegangen. Nur wenige Tage später begann der Architekt mit den Vorbereitungen zur Ausschreibung der Bau-arbeiten. Im Dezember 2002 wurde die Substanz des bestehenden Hauses mittels mehrerer Kernbohrungen überprüft, ein Grundwasserpumpversuch in Zusammenarbeit mit einem Hydrogeologen, gab Aufschluss über die zu erwartenden Grundwasserverhältnisse während der Bauzeit. Auf Hochtouren liefen nun auch die internen Planungen der Feuerwehr, den Einsatzbetrieb während der Bauphase aufrecht zu erhalten. So musste der Anbau Ende März geräumt sein und Ende Juni die gesamte Feuerwehr für ein Jahr ausgelagert werden.

Endlich – Der Baubeginn

Es war sicher einer der unvergesslichsten Tage in der über 100-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbullach. Der erste Bagger der Firma Baur aus Friedberg war am – seit 31 Jahren als Provisorium genutzen – Feuerwehrhaus vorbeigerollt und hatte begonnen, die Baugrube für den Um- und Erweiterungsbau der FF Geiselbullach auszuheben. Wenige Wochen nach dem Baubeginn am 26. Mai wurde dieser mit dem offiziellen Spatenstich gebührend gefeiert. Viel Zeit zum Feiern blieb den Aktiven der Feuerwehr jedoch nicht. Um der Gemeinde Geld zu sparen wurde der Holzanbau – dieser hatte zwei Anhänger und eine Werkstatt beherbergt – abgerissen und damit begonnen, das gesamte alte Feuerwehrhaus Schritt für Schritt auszulagern. Mitte September hieß es dann endgültig Abschied vom alten Haus zu nehmen. Die Spinde mit der Einsatzkleidung, die Fahrzeuge und alles einsatzrelevante Material wurde innerhalb weniger Stunden in die neue Unterkunft – eine Lagerhalle des benachbarten Landwirts Farmbauer – überführt. Bereits in den Monaten zuvor wurden die Werkstatt und Teile des Lagers in zwei Überseecontainer und das Büro mit der Einsatzzentrale in einen Bürocontainer – eine Leihgabe der Firma Riedl – verlagert. Schon am nächsten Tag begann die Baufirma mit den groben Abrissarbeiten, nachdem die Feuerwehr bereits den gesamten Innenausbau in Eigenleistung beseitigt hatte. Ein Gerippe aus Stahlbetonträgern war das einzige was vom einstigen Feuerwehrhaus über-blieb. Der Um- und Erweiterungsneubau wuchs indes stetig. Rund 50% der gesamten Baumaßnahme war fertiggestellt und die Dachkonstruktion, bestehend aus Dickholzplatten, Stahlträgern und einer Blechschicht konnte aufgesetzt werden. Trotz knapper gemeindlicher Kassen wurde das traditionelle Richtfest am 18. Dezember durchgeführt. Auf Kosten der Feuerwehr, aber des-wegen nicht weniger gelungen. Die Zimmerer hatten sich auf dem Schlauch-turm postiert um den Richtspruch zu verlesen, in dem sie der Feuerwehr viel Glück mit dem neuen Haus wünschten. Anschließend feierten die Handwerker, die Feuerwehrleute und zahlreiche Ehrengäste im frisch betonierten und eigens für diesen Tag hergerichteten Lagerkeller.

Am 22. April 2005 war es soweit, das neugebaute Feuerwehrhaus konnte offiziell in Betrieb genommen werden. Nach rund 18 Jahren der Planung und Verhandlung, etlichen Rückschlägen und rund 20 Monaten Bauzeit, ist das moderne, zweckmässige und zukunftssichere Gebäude fertiggestellt worden.

Die Feuerwache in Zahlen: 6.000 qm Grundstücksfläche, 1.524 qm Nutzfläche, 10.343 m3 umbauter Raum, 3.895 m3 Beton, 155 Tonnen Stahl, 8 Stellplätze, 2 Wohnungen (88 und 105 qm), 4,75 Mio Euro Bausumme, 18 Monate Bauzeit.

Neues Mehrzweckfahrzeug

Nach über 23 Jahren Einsatzdienst, davon über die Hälfte bei der Feuerwehr Geiselbullach, darf der alte VW Bus 2007 in Rente gehen. Das Fahrzeug war bis 1995 bei der Berufsfeuerwehr Solingen stationiert, wo es überwiegend zum Mannschaftstransport verwendet wurde. Nach umfangreichen technischen Um- und Einbaumaßnahmen, die in kompletter Eigenleistung durch die Feuerwehr Geiselbullach erfolgten, fungierte der VW T3 dann als Mehrzweckfahrzeug. Mit den Jahren stiegen die Anforderungen an Kommunikationstechnik, Einsatztaktik und Ausstattung, so dass eine Ersatzbeschaffung zwingend notwendig wurde.

Nach mehreren Anläufen genehmigte der Gemeinderat Olching dann im Jahr 2006 das Budget für ein Ersatzfahrzeug und auch die Regierung von Oberbayern gewährte den pauschalen Zuschuss, so dass mit den Ausschreibungen begonnen werden konnte. Im Oktober 2007 wurde das Fahrzeug im Rahmen eine „Tag der offenen Tür“ offiziell übergeben.

Neuer Gerätewagen-Gefahrgut in der Feuerwehr Geiselbullach

Am Donnerstag, den 19.11.09, übergab Landrat Thomas Karmasin um 19:00 Uhr im Beisein von Kreisbrandrat Hubert Stefan und dem Referenten für technische Sicherheit und Feuerwehren im Landkreis Fürstenfeldbruck, Gottfried Obermair, den vom Landkreis Fürstenfeldbruck neu beschafften Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) an den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbullach, Herrn Tim Pelzl.

Das Fahrzeug ersetzt einen alten Rüstwagen (Baujahr 1984), der von der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbullach gemeinsam mit der Kreisbrandinspektion vor einigen Jahren in Eigenregie zum GW-G umgebaut wurde.

Der GW-G ist zum Einsatz bei Schadensfällen mit gefährlichen Stoffen und Gütern ausgerüstet. Er stellt Geräte bereit, die zur Durchführung von umfangreichen Sofortmaßnahmen, z.B. bei Säure- oder Mineralölunfällen, bei denen Schäden für Personen oder Umwelt befürchtet werden müssen, notwendig sind. Zu seiner Ausrüstung zählen beispielsweise Chemieschutz-Anzüge, Atemschutzgeräte, Dichtkissen (zum Abdichten von Tanks und Rohrleitungen), Auffangwannen, verschiedene Chemikalienpumpen und Absperrmaterial.
Der GW-G ist das einzige Fahrzeug seiner Art im Landkreis Fürstenfeldbruck und kommt daher landkreisweit bei größeren Gefahrgutunfällen zum Einsatz.

Die Beschaffungskosten für das Fahrzeug beliefen sich auf knapp 400.000 EUR, wovon 85.000 EUR durch eine Förderung des Freistaates Bayern abgedeckt werden.

Verein beschafft Kommandofahrzeug

Bereits Anfang des Jahres 2010 bot sich dem Feuerwehrverein die Gelegenheit einen gebrauchten Mercedes ML 270 zu kaufen. In mehreren hundert Arbeitsstunden und unterstützt durch zahlreiche Freunde der Feuerwehr wurde das einst zivile Fahrzeug umgebaut. Zunächst wurde das Fahrzeug komplett mit roter Folie beklebt und darauf das Feuerwehr Geiselbullach-typische Muster aus retroreflektierende und fluoreszierender Folie aufgebracht. Danach wurde die Signaltechnik und die Funkanlage installiert, wobei hier so mancher Teufel im Detail steckte. Zu guter letzt erhielt das Fahrzeug noch eine Mindestausstattung an Beladung (Verkehrsabsicherung, Feuerlöscher, Notfallrucksack). Das Fahrzeug wird hauptsächlich zu Besorgungs-, Lehrgangsfahrten und Dienstfahrten der Kommandanten benutzt. Den reinen Unterhalt trägt die Gemeinde Olching, für anfallende Reparaturen muss die Feuerwehr selbst aufkommen.

Kontakt
Notruf: 112

Freiwillige Feuerwehr Geiselbullach
Gröbenzeller Straße 14
82140 Olching

Telefon:
08142-20587

E-Mail:
info@feuerwehr-geiselbullach.de