Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Geiselbullach vergangene Woche wurde auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt. Zwei Amtswechsel, neue Strukturen und Veranstaltungen, eine besonders hohe Anzahl an Einsätze sowie diverse Ehrungen und Beförderungen beschreiben, welcher frischer Wind in Geiselbullach weht und wie stark die Feuerwehr derzeit gefordert ist.

Kommandant Pelzl und stellvertretende Kommandantin Zettl

Anfang 2018 gab es neben dem unvorhergesehenen Wechsel von Tim Pelzl in das Amt des Kommandanten und Angelika Zettl als seine Stellvertreterin, auch einen geplanten Generationenwechsel im Vereinsvorstand. Robert Meier gab nach 23 Jahren Vereinsvorsitz den Führungsstab an Markus Schnell weiter. Für seinen unermüdlichen Einsatz in den vergangenen zwei Jahrzehnten ernannte die Versammlung Meier zu ihrem Ehrenvorstand, was mit langanhaltenden Standing Ovations gewürdigt wurde. Er wird sich und sein Wissen weiter im Verein einbringen, wofür ihm der Vorstand bereits jetzt sehr dankbar ist. Meiers Verdienste wurden ebenso von Seiten des bayerischen Landesfeuerwehrverbandes gewürdigt. In Erinnerung bleiben insbesondere sein Engagement beim Neubau des Gerätehauses und bei der Beschaffung von Fahrzeugen sowie die Organisation des 100-jährigen Gründungsfestes. Kreisbrandmeister Hendrik Cornell verlieh Meier für seine Leistungen die Bayerische Feuerwehr Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes Bayern.

Stellvertretender Vorsitzender Tobias Jasny, Kreisbrandmeister Hendrik Cornell, Ehrenvorsitzender Robert Meier und Vorsitzender Markus Schnell

Meiers Ausscheiden aus dem Vorstand war eine große Herausforderung, der sich laut Schnell alle Mitglieder gut gestellt hatten. Es wurde ein erweiterter Vorstand bestehend aus mehreren Beisitzern gebildet, der sich im vergangenen Jahr die Verbindung von Tradition und Neuland auf die Fahne geschrieben hatte. Bekannte Formate wie das Schopfkopfrennen und das Fischessen am Karfreitag wurden ergänzt durch Werbeaktionen und einem Besuch in Berlin bei Bundestagsabgeordneten Michael Schrodi. Auch war es ein Anliegen aller Beteiligten die aktive Mannschaft und den Verein mit fördernden und passiven Mitgliedern näher zusammenzubringen. Daher wurden das Sommerfest und die Weihnachtsfeier zusammen gefeiert, um den Austausch zu fördern.

Die Delegation aus Geiselbullach mit Michael Schrodi, MdB.

Zwei Highlights im Jahr haben die Zusammenarbeit aller Mitglieder besonders gestärkt. Zum einen stand im letzten Jahr wieder das traditionelle Maibaumaufstellen an, an dem die Feuerwehr zusammen mit den anderen Geiselbullacher Vereinen und unter Mithilfe vieler Freiwilliger den Geiselbullacher Maibaum wieder in neuem Glanz erstrahlen hat lassen. Zum anderen bekam der Verein Mitte des Jahres die Chance das alte Löschfahrzeug „Opel Blitz“ von einem Händler abzukaufen und wieder zurück in sein altes Zuhause zu holen. Auch hier haben Helfer aus allen Alters- und Mitgliedergruppen mitgewirkt, wofür sich Vorsitzender Schnell in seinem Bericht herzlich bedankte.

Unser Opel Blitz kommt Zuhause an.

Er wird auch in Zukunft Unterstützung von seinem Stellvertreter Tobias Jasny bekommen, der in diesem Jahr einstimmig wiedergewählt worden ist. Genauso wurde der Einführung von Firmenmitgliedschaften zugestimmt. Somit können ab sofort Unternehmen Mitglied im Feuerwehrverein werden und die Einsatzkräfte mit ihren Förderbeiträgen unterstützen.

Der Kommandant Tim Pelzl nahm die Einsatzstatistik unter die Lupe. 207 Einsätze hatten die Floriansjünger zu bewältigen – erneut eine Rekordanzahl. Mit 50 Verkehrsunfällen lag der Einsatzschwerpunkt 2018 wieder in der technischen Hilfeleistung. Während sich die Anzahl der Unwettereinsätze im Rahmen hielt, nahmen die Einsätze zur Wohnungsöffnung zu. Bei den Bränden zeigt sich eine abnehmende Tendenz: Es brennt seltener und wenn es brennt, wird dies durch Rauchwarnmelder und Brandmeldeanlagen meist frühzeitig bemerkt, wodurch sich der Schaden in Grenzen hält. In Geiselbullach spiegelt sich hiermit ein Bild wider, was in ganz Bayern zu beobachten ist. Die zunehmenden Einsatzzahlen zeigen sich genauso in der Arbeitsbelastung: 11.144 Stunden haben die Retter in Einsatz-, Übungs- und Arbeitsdienst sowie Vereinsarbeit investiert. Eine zukünftige Entlastung der Ehrenamtlichen durch hauptamtliches Personal wird daher nicht nur von Seiten der Feuerwehr, sondern auch von Seiten der Stadt weiter forciert. Bei dieser bedankte sich Pelzl für die gute Zusammenarbeit und Rückendeckung im vergangenen Jahr. Ein großer Dank ging ebenfalls an seine Stellvertreterin Zettl, die Mannschaft und den Kreisfeuerwehrverband. Um die Arbeit in Zukunft auf noch mehrere Schultern verteilen zu können, wird die Feuerwehr Geiselbullach 2019 vermehrt um Quereinsteiger werben. Eine erste Aktion im Mai beim Rewe Center ist bereits in Planung. Ebenso ist die Steigerung der Quote weiblicher Einsatzkräfte, welche mit 7 % unter Landesdurchschnitt liegt, ein Punkt an dem weiterhin gearbeitet werden muss.

Brand eines PKWs auf der Eschenrieder Spange

Dem Dank des Vorstands und der Kommandanten schlossen sich zweite Bürgermeisterin Maria Hartl, Feuerwehrreferent Lorenz Widmann und Kreisbrandmeister Hendrik Cornell an. Alle betonten ihre Dankbarkeit und Wertschätzung der Arbeit gegenüber den ehrenamtlichen Einsatzkräften. Widmann lobte wie aktiv das Feuerwehrjahr gestaltet wurde, während Hartl sich wünschte den inneren Zusammenhalt der Feuerwehrler, der in Geiselbullach erlebbar sei, unbedingt zu bewahren. Für Hendrik Cornell war es hingehend ein teilweiser Abschied aus Geiselbullach. Er wird Anfang April Kreisbrandinspektor für vorbeugenden Brandschutz werden und daher die Betreuung der Feuerwehren in der Stadt Olching sowie den Fachbereich Gefahrgut abgeben.

Der Vorstand mit allen Ehrengästen und geehrten aktiven Mitgliedern.

Zu Feuerwehrmännern bzw. zur Feuerwehrfrau wurden Max Bailly, Alexander Faber, Victoria Hohenleitner und Michael Sonntag befördert. Zum Hauptfeuerwehrmann wurde Tobias Schmidt befördert, Angelika Zettl zur Oberlöschmeisterin. Als neuer Zugführer darf sich Peter Segerer ab sofort Hauptlöschmeister nennen. Für 10 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden Klaus Aust, André Baader, Joachim Müller und Marco Schmiedel geehrt. 20 Jahre aktive Mitgliedschaft haben Stefan Huber, Antonio Mahal und Thomas Bartosch abgeleistet. Seit 30 Jahren sind Christoph Braun, Tim Pelzl und Peter Segerer aktiv in der Feuerwehr. Für 25 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein wurden Helmut Braun und Franz Neumann geehrt. Die Ehrung für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft wurde an Jakob Zettl vergeben.

Der ausführliche Jahresbericht sowie alle Vereinstermine für das Jahr 2019 sind im Internet unter https://www.feuerwehr-geiselbullach.de/ffw/wir-uber-uns/jahresbericht/  abrufbar.

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